Fachgruppe EMISA der Gesellschaft für Informatik e.V.

Thursday, 02 April 2015 14:03

Gründung und Entstehung

Das Gründungstreffen der Fachgruppe EMISA fand in Tutzing am See vom 24. bis 25. Mai 1979 statt. Titel dieser zweitägigen Veranstaltung war "Formale Modelle für Informationssysteme", ein PDF-Dokument mit dem Original-Programm von damals können Sie hier downloaden.

Erster Sprecher der Fachgruppe war Heinrich C. Mayr. Er berichtet im Juli 1999 anläßlich des 20-jährigen Geburtstags der EMISA über die Entstehungsgeschichte der Fachgruppe:

"Ende der siebziger Jahre, die GI war gerade 10 Jahre alt geworden, bekannten sich immerhin rund 2000 Mitglieder zu ihrer Fachgesellschaft und dies großenteils sehr aktiv: Mitgliederversammlungen waren damals riesige Ereignisse mit Hunderten von Teilnehmern. Vor allem die Fachausschüsse (Fachbereiche wurden erst später eingeführt) konnten die vielfältigen Interessen und Aktivitäten ihrer Mitglieder organisatorisch nicht mehr ohne zusätzliche Strukturen bewältigen. So kam die Idee auf, Untergliederungen, genannt Fachgruppen, einzurichten, die sich jeweils einem engeren Themenbereich widmen sollten.

Die ersten Fachgruppengründungen erfolgten dementsprechend durch Fachausschussleitungen, die damals hauptsächlich aus Universitätsprofessoren und einigen Führungspersönlichkeiten aus der Praxis bestanden. Die heutigen Fachgruppen 2.1.1 und 2.5.1 sind ein Beispiel hierfür. Ihre Gründung verlief recht unproblematisch, waren die Promotoren doch durchwegs weithin bekannte Persönlichkeiten mit direktem Draht zum Präsidium.
Ganz anders im Fall der EMISA. Zum einen schien man damals im "Rat der Weisen" die über Datenbanksysteme hinausgehenden Belange von Informationssystemen noch nicht für sonderlich relevant zu halten. Das war ja auch für einen gestandenen "Praktischen Informatiker" ein eher schillerndes Gebiet, in dem einerseits nichttechnische, organisatorische und gestalterische Fragestellungen zu behandeln waren und in dem andererseits die Modellierung und die Methodik und nicht die Implementierung im Vordergrund standen.

Zum anderen kam die Idee zu einer hierauf ausgerichteten Fachgruppe "von unten", nämlich von zwei Assistenten, die sich auf einer Veranstaltung getroffen hatten – dem mir inzwischen zum guten Freund gewordenen Bernd E. Meyer, heute erfolgreicher Unternehmer und FH-Professor in Heilbronn, und mir. Er war seinerzeit Assistent bei Prof. Hans-Joachim Schneider in Berlin und ich war Assistent bei Professor Lockemann in Karlsruhe. Um es gleich und voller Dank zu sagen: ohne die massive Unterstützung dieser unserer "Chefs" hätten wir unsere Idee nie umsetzen können. Denn dass zwei Grünschnäbel eine derartiges Vorhaben in die "Professoren-GI" einbrachten, war damals noch reichlich revolutionär. Dementsprechend stark war auch die Gegenwehr des Präsidiums. Wenn ich mich recht erinnere, waren insgesamt fünf Präsidiumssitzungen erforderlich, bis unsere Fachgruppe endlich auch formal bestätigt und ein Name gefunden war, dem niemand mehr widersprach. Wir hatten zunächst die Bezeichnung "Formale Modelle für Informationssysteme" vorgeschlagen und dann "Methoden und Modelle für die Entwicklung von Anwendungssystemen". Irgendwann wurden wir aber kurzerhand par ordre de Präsidium in "Entwicklungsmethoden für Informationssysteme und deren Anwendung" kurz EMISA, umbenannt. Uns war das letztlich nicht so wichtig wie die formale Einrichtung der Fachgruppe, die damit endlich verbunden war.

Denn in der Zwischenzeit hatten wir schon einige Aktivitäten gestartet, insbesondere Veranstaltungen, die alle sehr erfolgreich waren: Allein zur Gründungsveranstaltung in Tutzing, damals noch im Tanzsaal eines alten Gasthofes mit knarrenden Dielen und urigem Ambiente, kamen über hundert höchst diskussionsfreudige Teilnehmer. Im Folgejahr wechselten wir dann in die Evangelische Akademie mit ihrem wunderbaren runden Auditorium, das Diskussionen geradezu automatisch entstehen ließ, konnte doch jeder jedem ins Auge sehen. Dazu kam die Lage unmittelbar am Westufer des Starnberger Sees, an dem und auf dem die Diskussionen fortgesetzt wurden. Ich erinnere mich noch an einen Abend, an dem wir – nach einem ausgiebigen bayrischen Buffet – bis weit nach Mitternacht um Carl Adam Petri saßen, begeistert von seinen feinsinnigen und in jedem Wort überlegten Ausführungen. Diese Veranstaltungen in der Evangelischen Akademie wurden in der Folge fast zur Tradition."

Heinrich C. Mayr, Klagenfurt im Juli 1999

Last modified on Tuesday, 07 April 2015 13:51
 

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