Fachgruppe EMISA der Gesellschaft für Informatik e.V.

EMISA - Forum
General

General (15)

Tuesday, 19 November 2013 10:26

Mitgliedschaft

Falls Sie schon Mitglied der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) bzw. einer befreundeten Gesellschaft (ACM, VDI, ...) sind, so können Sie für gerade mal 10 € pro Jahr Mitglied bei der EMISA werden. Darin enthalten ist das halbjährlich erscheinende EMISA-Forum.

Nichtmitglieder der GI zahlen 16,50 €. Bitte füllen Sie dazu das Formular für assoziierte Mitglieder der Gesellschaft für Informatik e.V. aus.

Wednesday, 07 August 2013 15:53

Mission

Die Fachgruppe Entwicklungsmethoden für Informationssysteme und deren Anwendung (EMISA) des Fachbereichs Datenbanken und Informationssysteme (FBDBIS) hat sich zum Ziel gesetzt, verbindende oder übergreifende Betrachtungen derjenigen Spezialdisziplinen zu fördern, die bei der Erstellung von Informationssystemen zusammenwirken. Somit versteht sich EMISA als diejenige Fachgruppe, die sich mit Integration verschiedener Teilaspekte beim Entwurf von Informationssystemen beschäftigt, z.B. mit der Zusammenführung von Daten und Funktionen bis hin zur Verbindung lokal wirkender Informationssysteme.

Meine Zeit als EMISA-Sprecher (2006 – 2012)

Mathias Weske, Hasso-Plattner-Institut, Potsdam

emisa historie lausen 400

Der Berichtszeitraum beginnt mit der Wahl des neuen Leitungsgremiums auf dem Fachgruppentreffen EMISA 2006 in Hamburg. Mit einigen wenigen Änderungen im Team erreichten wir eine gute Balance zwischen Kontinuität und „frischem Wind“. Hinzu kamen Andreas Gadatsch, Dominik Kuropka und Stefanie Rinderle-Ma; Gottfried Vossen kehrte nach einer Auszeit von einer Amtsperiode in das Leitungsgremium zurück.

Nach der Wahl setzte sich das neue Leitungsgremium zum Ziel, mehr über die Erwartungen und Wünsche der EMISA-Mitglieder zu erfahren. Dazu wurde ein Online-Survey mit mehr als zwanzig Fragen entworfen und in einem Webportal umgesetzt. Die Mitglieder der Fachgruppe wurden eingeladen, den Survey auszufüllen. Als Belohnung wurde unter den Teilnehmern ein iPod Touch verlost; insgesamt erreichten wir einen Rücklauf von 119 Fragebögen mit durchweg interessanten Antworten.

Bei der inhaltlichen Ausrichtung bildeten traditionelle EMISA-Themen wie Architekturen und Spezifikationen von Informationssystemen weiterhin den Schwerpunkt, aber auch aktuelle Entwicklungen wie Business  Process Management, Service-orientierte Architekturen und Web 2.0 fanden große Beachtung. Es wurden aber auch eher fachliche Ansätze wie Business-IT-Alignment oder Referenzarchitekturen genannt. Es freut mich zu sehen, dass fast dreiviertel der EMISA-Mitglieder (betrachten wir die Umfrageergebnisse als repräsentativ!) das EMISA FORUM häufig oder sogar fast immer lesen! Dieses Sonderheft enthält eine Aufbereitung der Umfrageergebnisse, die hier und dort durchaus zum Schmunzeln einlädt.

Die bei der Umfrage genannten Themen sind recht gut im Leitungsgremium vertreten, vor allem die Prozessthemen. Um auch die anwendungsbezogenen Themen voranzutreiben, haben wir die Tradition der gemeinsamen Fachgruppentreffen mit der GI Fachgruppe MobIS wieder aufleben lassen. Im Herbst 2007 fand daher unter der – sehr treffenden – Bezeichnung „Enterprise Modeling and Information Systems Architectures“ und deren – noch treffenderen – Abkürzung EMISA ein kombiniertes Fachgruppentreffen von EMISA und MobIS in St. Goar am Rhein statt. Viele werden sich gern an die tolle Lokation Burg Rheinfels oberhalb des nebligen Rheintals sowie an die spannenden Vorträge, Diskussionen und Gespräche erinnern.

Zu den bereits seit längerem bestehenden assoziierten Arbeitskreisen – hier sei insbesondere der sehr aktive Arbeitskreis „Geschäftsprozessmanagement mit Ereignisgesteuerten Prozessketten“ genannt – kamen neue EMISA-Arbeitskreise hinzu. Der Arbeitskreis „Entwicklung agiler, prozess-orientierter Informationssysteme“ adressiert einen Kernaspekt beim Entwurf von Informationssystemen: Flexibilität. Das Thema wurde bereits seit vielen Jahren aus akademischem Blickwinkel bearbeitet; trotzdem beobachten wir erst seit kurzem ein wachsendes Interesse der Praktiker an diesem Thema. Warum? Weil man die komplexen und wechselnden Anforderungen an heutige Informationssysteme nur mit angemessen modellierten, analysierten und realisierten Prozessen in den Griff bekommen kann. Der Arbeitskreis „Entwicklung digitaler Bibliotheken“ rundet das Arbeitskreis-Angebot der EMISA ab.

Ein wahres Hype-Thema ist seit einigen Jahren Web 2.0. Im Vordergrund stehen Plattformen, auf denen Anwender gern, häufig und aus freien Stücken ihre Beiträge einstellen. Auf diese Weise verbessert sich die Plattform – aus Sicht des Betreibers – quasi automatisch. Weil dies bei Sozialen Netzwerken, Online-Shops und beispielsweise Online-Auktionshäusern sehr gut funktioniert, ziehen heute auch Firmen entsprechende Ansätze in Betracht, um die interne Kommunikation zu verbessern und mehr Kundennähe zu erzeugen. Um diese Fragen zu diskutieren, stand das EMISA-Fachgruppentreffen 2008 in St. Augustin unter dem Titel „Auswirkungen des Web 2.0 auf Dienste und Prozesse“. Ein buntes Programm, mit Vortragenden von Universität bis Großkonzern hat Potenziale aufgezeigt, aber auch ein gewisses Maß an Vorsicht bei der praktischen Anwendung von Web 2.0-Technologien in Unternehmensanwendungen erkennen lassen.

Die Arbeit der EMISA wird immer auch von dem Leitungsgremium geprägt. Sehr schöne Synergien konnte die EMISA durch die gemeinsame Ausrichtung des EMISA-Fachgruppentreffens 2009 mit einer bekannten internationalen Konferenz gewinnen. Das Fachgruppentreffen fand am Rande der BPM’2009 in Ulm statt. Gleichzeitig wurde es – wie bereits 2007 – gemeinsam mit der Fachgruppe MobIS durchgeführt. Die Tagungen wurden unter anderem durch einen gemeinsamen Keynote-Vortrag eng miteinander verzahnt. Das Prozess-Thema wurde umfassend und komplementär angegangen, von der BPM akademisch-theoretisch, von der EMISA fundiert-pragmatisch.

Ich hatte oben bereits das positive Feedback der Mitglieder zum EMISA-FORUM erwähnt. Es wird nun bereits seit vielen Jahren in schöner Regelmäßigkeit publiziert und trägt zur Identität der EMISA maßgeblich bei. Neben den Berichten aus der Fachgruppe sowie wissenschaftlichen Beiträgen gibt es eine BPM-Kolumne, in der Neuigkeiten zum Thema Prozessmanagement vorgestellt werden. Besonders erwähnen möchte ich die Kolumne „Für Sie gesurft“ von Gottfried Vossen, die im Sommerheft 2009 bereits zum zwanzigsten Mal erschien! Die Hinweise auf interessante Webseiten sind nicht nur bei der Erstlektüre spannend, sondern auch, wenn man zurückblickt! Über die Jahre hinweg hat Gottfried Vossen mit seinen Beiträgen spannendes Material zur Evolution des Web für uns zusammengetragen – wir freuen uns auf noch viele weitere Ausgaben von „Für Sie gesurft“!

Vor wenigen Wochen fand die EMISA 2010 in Karlsruhe statt. Anlässlich des EMISA-Geburtstages hatte Andreas Oberweis die ehemaligen EMISA-Sprecher eingeladen. Dass fast alle Ehemaligen dem Ruf gefolgt sind, zeigt sehr beeindruckend die Verbundenheit mit der EMISA über teilweise mehrere Dekaden! Ich möchte mich im Namen der EMISA ganz herzlich bei Heinrich C. Mayr, Georg Lausen, Helmut Thoma und Gottfried Vossen für Ihr Kommen sowie bei Andreas Oberweis und seinem Team für die Organisation bedanken. Mein Dank gilt schließlich auch Peter Lockemann, der der EMISA in seinem Keynote-Vortrag eine Reihe von Hausaufgaben mit auf den Weg gab, die wir uns in der nächsten Zeit vornehmen werden; näheres dazu finden Sie im kommenden regulären EMISA FORUM, das die zweiten 30 Jahre der GI Fachgruppe EMISA einläuten wird.

Wednesday, 15 February 2017 09:22

Manfred Reichert - Meine Zeit als EMISA Sprecher

Meine Zeit als EMISA-Sprecher (2012 – 2015)

Manfred Reichert, Universität Ulm

emisa historie lausen 400

In der vergangenen Dekade durfte ich die Entwicklung der Fachgruppe aktiv mit gestalten und prägen, zuerst als ihr Stellvertretender Sprecher und Leiter der Redaktion des EMISA Forums (2007 – 2012), zuletzt in der Rolle als Fachgruppensprecher (2013 – 2015). Insgesamt waren diese Jahre sehr spannend für mich, so dass ich sie in meinem Erfahrungsschatz nicht missen möchte. Im Sommer 2015 habe ich mich aber entschieden, bei den EMISA-Wahlen im September 2015 nicht mehr für das Sprecheramt zu kandidieren. Man sollte ein Amt übergeben, wenn es am schönsten ist und die Zeit für neue kreative Köpfe gekommen ist.

Während meiner gesamten Amtsperiode wurde ich sowohl von den Mitgliedern der Fachgruppe als auch des Leitungsgremiums tatkräftig unterstützt. Besonders gefreut hat mich, dass wir während meiner Sprecherzeit alle Fachgruppentreffen im benachbarten Ausland veranstalten konnten. Diese breite Verankerung der EMISA-Fachgruppe spiegelt sich auch in der Zusammensetzung des neu gewählten Leitungsgremiums wider und ist für die Substanz der Fachgruppe sehr wichtig. Auch den Web-Auftritt der Fachgruppe (emisa.org) und ihren Umgang mit sozialen Medien haben wir während meiner Amtszeit modernisiert. Besonders viel Spaß hatte ich mit der Erstellung des Sonderhefts des EMISA Forums anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Fachgruppe.

Für die Zukunft wird es wichtig sein, noch mehr als bisher den wissenschaftlichen Nachwuchs einzubinden und zu fördern. Daher freue ich mich besonders, dass das Sprecheramt nun an Jan Mendling und Stefanie Rinderle-Ma übergegangen ist. Sie werden die Fachgruppe mit ihrer Tatkraft, Kreativität und Erfahrung bereichern und die in den nächsten Jahren anstehenden Aufgaben gemeinsam meistern. 

Bei diesen Worten möchte ich es belassen und halte es ganz mit Heinrich Heine: "Man schreibt nicht so ausführlich, wenn man den Abschied gibt."

 

Wednesday, 24 July 2013 14:22

Leitungsgremium der EMISA

Gewählte Mitglieder des EMISA Leitungsgremiums:

JanMendling

PROF. DR. Jan Mendling

Sprecher des Leitungsgremiums, Redaktion des EMISA FORUMS

Wirtschaftsuniversität Wien,
Wien,
Österreich

StefanieRinderleMa

Univ-Prof. Dr. Stefanie Rinderle-Ma

Stellv. Sprecher des Leitungsgremiums

Universität Wien,
Wien,
Österreich

Judith Michael

Dr. Judith Michael

RWTH Aachen Universität,
Aachen,
Deutschland

DirkFahland

Dr. Dirk Fahland

TU Eindhoven,
Eindhoven,
Niederlande

AgnesKoschmider Dr. Agnes Koschmider

Karlsruher Institut für Technologie (KIT),
Karlsruhe,
Deutschland

HenrikLeopold

Dr. Henrik Leopold

VU Amsterdam,
Amsterdam,
Niederlande

ErikProper

Prof. Dr. Eric Proper

Luxembourg Institut of Science and Technologie,
Luxemburg,
Luxemburg

ManfredReichert

Prof. Dr. Manfred Reichert

Universität Ulm,
Ulm,
Deutschland

UlrichReimer Prof. Dr. Ulrich Reimer

Hochschule für Angewandte Wissenschaften,
St. Gallen,
Schweiz

MatthiasWeidlich

Prof. Dr. Matthias Weidlich

Humboldt-Universität zu Berlin,
Berlin,
Deutschland

 

Mitglieder im erweiterten Leitungsgremiums der EMISA:

Vertreter von Fachgruppen und Arbeitskreisen:

Michael Fellmann Michael Fellmann

Arbeitskreis Semantic Technologies in Business Process Management

Universität Rostock,
Rostock,
Deutschland

Günther Specht Günther Specht

Arbeitskreis Grundlagen von Informationssystemen

Universität Innsbruck,
Innsbruck,
Österreich

HorstKremers Horst Kremers

Comittee on Data for Science and Technology (CODATA-Germany)

Berlin,
Deutschland

Markus Nüttgens Prof. Dr. Markus Nüttgens

Arbeitskreis Geschäftsprozessmanagement mit Ereignisgesteuerten Prozessketten

Universität Hamburg,
Hamburg,
Deutschland

 

Fachexperten der EMISA:

HansjürgenPaul DR. Hansjürgen Paul

Institut Arbeit und Technik,
Gelsenkirchen
Deutschland

JoergDesel PROF. DR. jörg Desel  

Fernuniversität Hagen

HeinrichMayr Prof. Dr. Heinrich Mayr

Universität Klagenfurt

Stefan_Strecker Prof. Dr. Stefan Strecker

Fernuniversität Hagen, Fachgruppe MOBIS

AndreasOberweis Prof. Dr. Andreas Oberweis 

Universität Karlsruhe

GottfriedVossen Prof. Dr. Gottfried Vossen

Universität Münster

MathiasWeske Prof. Dr. Mathias Weske

Universität Potsdam,
Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik,
Potsdam,
Deutschland

Tuesday, 19 November 2013 09:59

Kontakt zur EMISA Fachgruppe

ManfredReichert

Prof. Dr. Manfred Reichert

Sprecher des Leitungsgremiums

Universität Ulm,
Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik,
Institut für Datenbanken und Informationssysteme,
James-Franck-Ring, Geb. O27
89069 Ulm, Deutschland

Tel: +49 - 731 - 50 24 135
E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

JanMendling

PROF. DR. Jan Mendling

Stellv. Sprecher des Leitungsgremiums, Redaktion des EMISA FORUMS

Wirtschaftsuniversität Wien,
Department of Information Systems & Operations,
Institute for Information Business,
Augasse 2-6,
1090 Wien, Österreich

Tel: +43 - 1 - 31 336 5200

E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Tuesday, 30 July 2013 16:06

Impressum

EMISA.org präsentiert die Fachgruppe "Entwicklungsmethoden für Informationssysteme und deren Anwendung" (EMISA) der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Die dargestellten Informationen umfassen neben eigenen Inhalten auch Links auf externe Informationsquellen.

Publisher

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89081 Ulm
Telephone +49 (0)731/501-0
Telefax +49 (0)731/50-22038
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Helmholtzstr. 16
89081 Ulm, Germany

Content

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Prof. Dr. Manfred Reichert

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89069 Ulm
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Wednesday, 24 July 2013 14:26

Historie der EMISA

das ist der text für die fachgruppen der EMISA

Wednesday, 16 April 2014 13:38

Helmut Thoma - Meine Zeit als EMISA Sprecher

Meine Zeit als EMISA-Sprecher (1990 – 1994): Überführung aus der Phase der Aufbruchs in eine verstärkt reglementierte Fachgruppe

Helmut Thoma, Basel

emisa historie lausen 400

EMISA aus der Sicht des Fachgruppen-Sprechers

1990 war ich nach dem Rücktritt von Georg Lausen als damaliger Sprecher der EMISA in der Funktion seines Stellvertreters zunächst kommissarisch und nach der Wahl eines neuen Leitungsgremiums von 1991 bis 1994 als Sprecher für die Führung der EMISA verantwortlich.

Ende der achtziger und anfangs der neunziger Jahre waren die Zeiten für die Leitung der EMISA – übrigens 1979 gegründet und damit eine der ältesten Fachgruppen in der GI – einigermaßen turbulent. Da in jener Zeit jedes Mitglied der GI mit der Bekanntgabe seiner Interessensgebiete automatisch der entsprechenden Fachgruppe zugewiesen wurde, für die er votierte, hatte die EMISA 1991 bei der Mitgliederversammlung in Marburg ca. 3700 Mitglieder. Bei dieser grossen Anzahl mussten wir aus Kostengründen die Erscheinung des Mitteilungsheftes einstellen; EMISA finanzierte bis Mai 1989 in lockerer Reihenfolge 12 Nummern aus dem Gewinn früherer Tagungen – dies ohne die Existenz von Internet, Word- oder PDF-Files.  

An der Mitgliederversammlung vom 11. April 1991 in Marburg wurde deshalb einstimmig beschlossen, einen jährlichen Mitgliedsbeitrag einzuführen, in dem auch die Kosten für das Mitteilungsblatt und für die Teilnahme an Fachgruppentreffen (nur für EMISA-Mitglieder zugänglich) enthalten waren. Als Folge davon traten dann etwa 1000 Personen aus EMISA aus, so dass wir ab 1992 mit etwa 2700 Mitgliedern und der Herausgabe von zwei Nummern des „EMISA FORUM“ jährlich und mit neuem Reglement weitermachen konnten. Das EMISA FORUM hat übrigens seine damals bestehende Form und Regelmäßigkeit des Erscheinens bis heute beibehalten.

Was habe ich EMISA in meiner Zeit als Sprecher gebracht? Ich lasse auf diese Frage meinen Nachfolger Gottfried Vossen sprechen, der ab 1995 Sprecher der EMISA war. Er führte in seinem Editorial zum EMISA FORUM 1995/1 aus, dass unter meiner Leitung EMISA als Fachgruppe reaktiviert werden konnte und dass das EMISA FORUM zu einem regelmässig erscheinenden und interessanten Mitteilungsblatt wurde. Ferner stellte er fest, dass durch zahlreiche Fachveranstaltungen – teils unter Mitwirkung anderer Organisationen – EMISA zu einer der aktivsten Gruppierungen innerhalb der GI geworden sei.    

Durch eine intensivierte Tätigkeit in der Schweizer Informatik Gesellschaft (SI) und durch neue Projekte in meiner Industrie-Praxis verlor ich ein wenig den Kontakt zu den Veranstaltungen von EMISA, nicht jedoch zu ihren Aktivisten. Ich gründete und leitete eine Fachgruppe in der SI, war von 1992 bis 1996 Präsident der SI und vertrat die SI bis 2007 im „Strategiekreis Informatik – i12“ (Arbeitskreis mit Spitzenvertretern von Informatik-Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz). Unter anderem traf ich auf Sitzungen manchmal auf meinen EMISA-Nachfolger Gottfried Vossen und den EMISA-Gründer Heinrich C. Mayr; sie als Repräsentanten der GI, ich als solcher der Schweizer Informatik Gesellschaft. Zudem war ich intensiv eingebunden in ein Projekt des Strategiekreises Informatik, die „Bildungsinitiative Neue Medien“. Die Frage war, der in diesem Projekt nachgegangen wurde: Wissen und Lernen – Was trägt die Informatik zum Unterricht bei? Ich bitte um Verständnis, dass ich deshalb nach dem hier betrachteten Zeitraum 1990 bis 1994 kaum mehr aktiv bei EMISA auffiel.

Themen, die damals bei der EMISA im Vordergrund standen

Die EMISA hatte sowohl Mitglieder aus der Informatik-Forschung und -Lehre an Universitäten und Fachhochschulen als auch aus der Entwicklung sowie der Anwendung von Systemen in der Informatik-Praxis. Somit sind die primären Interessen, das Wissen und das Verständnis eines Mitglieds nicht immer gleich wie diejenigen von anderen Mitgliedern. Meines Erachtens setzt jedoch die erfolgreiche Umsetzung von Entwicklungs-Methoden für Informationssysteme in die Praxis und deren Anwendung ein Verständnis für die methodischen Grundlagen voraus. Forscher und Lehrer sollten jedoch auch daran interessiert sein, ob ihre Ansätze und ihre Konzepte in der Praxis implementierbar sind. Ein gewisses Unbehagen von EMISA-Mitgliedern wurde jedoch mit dem Wunsch geäussert, dass der Praxisbezug für Werkzeuge, Methoden und Anwendungen nicht verloren gehen sollte.          

Es war im betrachteten Zeitraum bereits nicht ungewöhnlich, dass sich Mitglieder der EMISA an VLDB-, ER- und BTW-Tagungen aktiv beteiligten. Von 1990 bis 1994 hatten oftmals Tagungen und Workshops von EMISA – häufig auch zusammen mit anderen Fachgruppen – sowie Beiträge im EMISA FORUM Bezug zu folgenden Themen-Bereichen (einige Beispiele von Themen sind nachfolgend aufgeführt):

Zu neuen Paradigmen, z. B.

  • Neue Paradigmen in Informationssystemen und Datenbanken: Deduktion, Verteilung, Objektorientierung

Zur Objektorientierung, z. B.

  • Formale Modelle für Objektorientierte Datenbanken
  • Konzeptueller Entwurf von Objektsystemen
  • Objektorientierte Methoden für Informationssysteme
  • Spezifikation von Informationssystemen als Objektsysteme

Zur Benutzerorientierung, z. B.

  • Benutzerorientierung beim Entwurf von Informationssystemen
  • Unternehmensweite Modellierung von Anwendungssystemen
  • Softwareentwicklung und Simulation – eine integrierte Methodenkette
  • Konzepte zu Erweiterungen des Entity-Relationship-Modells

Zur System-Qualität, z. B.

  • Aspekte der Qualitätssicherung
  • Integritätszentrierter Datenbankentwurf
  • Formale Grundlagen für den Entwurf von Informationssystemen
  • Vorgehensmodelle und Methoden zur Entwicklung komplexer Softwaresysteme

Zur Künstlichen Intelligenz und zu Petrinetzen, z. B.

  • Informationssysteme und Künstliche Intelligenz
  • Petrinetze und Informationssysteme

Zu Geschäftsprozessen (ab 1994), z. B.

  • Modellierung von Geschäftsvorfällen und –prozessen
  • Management von Geschäftsprozessen

Für einige Fachgruppen-Treffen sind die Teilnehmerzahlen dokumentiert. So hatte das Fachgruppentreffen im Februar 1992 an der Universität Ulm zum Thema „Unternehmensweite Modellierung von Anwendungssystemen“ über 230 Teilnehmer.
Am Fachgruppentreffen im Oktober 1994 an der Universität Münster zum Thema Geschäftsprozesse nahmen über 200 Personen teil. Von den Fachgruppentreffen 1991 an der Universität Marburg und von 1993 konnte ich keine Teilnehmerzahlen mehr ermitteln; sie waren nach meiner Erinnerung aber auch von etwa 200 Teilnehmern besucht.

Sicht der Auswirkungen in die Praxis

Seit 1979 war ich nach Studium und Assistenzzeit in erster Linie in der Praxis tätig: Im IT-Bereich eines Chemie-Unternehmens, später in einem IT-Dienstleistungs-Unternehmen, beide weltweit aktiv. Meine Tätigkeiten in Informatik-Gruppierungen wie EMISA, GI, SI etc. sowie meine Lehraufträge an der Universität Basel etc. konnte ich nur dank des Verständnisses und des Entgegenkommens meiner industriellen Arbeitgeber durchführen. Somit war und bin ich nicht nur an der Forschung und den Konzepten der Informatik, sondern auch an deren Umsetzung in die Praxis interessiert.

Meine Erfahrungen in der Praxis arbeitete ich in einer Vorlesung für Studierende an der Universität Klagenfurt sowie in einem Beitrag zum Rundbrief WI-MAW (FB Wirtschaftsinformatik der GI), Heft 1/2010 auf. In diesem Beitrag zum Jubiläum von EMISA versuche ich, Feedback aus der Praxis für einige EMISA-Themen zu geben.

Man mag es kaum für möglich halten, aber die Prozesse für die Entwicklung von Applikations-Software sind auch nach Jahrzehnten von Schulungen und der Tätigkeit wissenschaftlicher Organisationen – z. B. von EMISA – bei ihrer Umsetzung in die Praxis noch immer problembehaftet.

Weshalb sollte eine Entwicklungs- oder Betriebsorganisation Prozeduren zur Verbesserung der Software-Qualität einleiten und aufrecht erhalten wollen? Meine Erfahrung zeigt hauptsächlich die Anforderung von wichtigen Kunden oder der Druck des Marktes als motivierende Gründe. Kaum ein Grund ist die Einsicht und das Wissen des verantwortlichen Managements, dass eine Verbesserung der Prozesse zur Applikations-Entwicklung und deren nachhaltige Umsetzung billiger seien, als mit der „angestammten“ Arbeitsweise weiterzufahren.

Ursächlich für Mängel beim Einsatz von Entwicklungs-Prozessen in der Praxis ist vielfach das Delegieren der operativen Zuständigkeit für die Software-Qualität an untergeordnete Organisations-Einheiten mit mangelhaftem Wissen, zu geringer personeller Ausstattung oder mit unklaren Verantwortlichkeiten. Jedoch sollte sich die Unternehmensleitung selbst für die Qualität verantwortlich fühlen und diese auch überwachen. Dies zeigt auch meine Erfahrung mit nicht erfolgreich und erfolgreich durchgeführten Projekten zum Erreichen des CMMI Maturity Level 5. Nicht die Frage eines verwendeten Prozessmodells ist entscheidend – ob beispielsweise phasenorientierte oder agile Methoden eingesetzt werden. Entscheidend ist, ob die Ziele und die Bedingungen eines Qualitäts-Standards erreicht und über den Zeitpunkt der Standardisierung hinaus auch eingehalten werden. Und hierfür sollte die Verantwortung hierarchisch hoch angesiedelt werden. Selbstverständlich müssen auch notwendige Fachkenntnisse der Entwicklungsprozesse, deren Anwendung und die Dokumentation ihrer Ergebnisse für alle betroffenen Mitarbeiter geschult und auf aktuellem Stand gehalten werden.

In Projekt-Gruppen bei Informatik-Projekten gehen Menschen miteinander um. Die Ergebnisse der Arbeit werden somit auch in der Informatik wesentlich beeinflusst durch nichtsprachliche Anteile der Kommunikation, durch Sympathie oder Antipathie zwischen Mitgliedern eines Teams. Konstruktives Miteinander und destruktives Gegeneinander haben nicht selten einen entscheidenden Einfluss auf die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe. Es ist erwiesen, dass die Kommunikation in einem Team sprachliche und nichtsprachliche Anteile enthält; manchmal kann eine Nachricht ein einziger Blick, ein einziges Wort sein. Die eigentliche Botschaft einer Nachricht ist somit nur ein Teil der Kommunikation. Implizit in einer Nachricht enthaltene persönliche Selbstdarstellungen sowie die Einschätzung der persönlichen Beziehung zwischen den Kommunikationspartnern ist häufig der bedeutsamere Teil einer Nachricht.

Jedes Arbeitsteam definiert durch das Verhalten zwischen den Mitgliedern automatisch eine Struktur. Wir müssen dabei die formale Struktur mit formalen Beziehungen (z.B. Unterstellungsverhältnisse) von der informellen Struktur mit den informellen (z.B. emotionalen) Beziehungen unterscheiden. Für das Verhalten der Individuen in einer Gruppe oder Teilgruppe sowie zu Mitgliedern einer anderen Gruppe sind die Qualität (z. B. Sympathie, Antipathie) und die Stärke der Beziehungen massgebend.

Interessant und für Manchen erschreckend ist, dass eher die informellen Strukturen das Verhalten der Gruppenmitglieder und damit den Erfolg einer Teamarbeit bestimmen. Meine Erfahrungen mit Projektgruppen reichen von einer konstruktiven Zusammenarbeit mit hervorragenden Ergebnissen bis zu einer Projektgruppe, in der derart zerstrittene Mitglieder das ganze Projekt „an die Wand“ fahren konnten.

Ich begrüsse deshalb sehr, dass EMISA nach meinem Einsatz als Sprecher auch sozialwissenschaftliche Themen und Fragen des Managements aufgriff.

Meine Zeit als EMISA-Sprecher (1979 – 1982)

Heinrich C. Mayr, Universität Klagenfurt

emisa historie mayr 400

Wie es begann

Ende der siebziger Jahre, die GI war gerade 10 Jahre alt geworden, bekannten sich immerhin rund 2000 Mitglieder zu ihrer Fachgesellschaft und dies großenteils sehr aktiv: Mitgliederversammlungen waren damals riesige Ereignisse mit Hunderten von Teilnehmern. Vor allem die Fachausschüsse (Fachbereiche wurden erst später eingeführt) konnten die vielfältigen Interessen und Aktivitäten ihrer Mitglieder organisatorisch nicht mehr ohne zusätzliche Strukturen bewältigen. So kam die Idee auf, Untergliederungen, genannt Fachgruppen, einzurichten, die sich jeweils einem engeren Themenbereich widmen sollten.

Die ersten Fachgruppengründungen erfolgten dementsprechend durch Fachausschussleitungen, die damals hauptsächlich aus Universitätsprofessoren und einigen Führungspersönlichkeiten aus der Praxis bestanden. Die heutigen Fachgruppen 2.1.1 und 2.5.1 sind ein Beispiel hierfür. Ihre Gründung verlief recht unproblematisch, waren die Promotoren doch durchwegs weithin bekannte Persönlichkeiten mit direktem Draht zum Präsidium.

Ganz anders im Fall der EMISA. Zum einen schien man damals im "Rat der Weisen" die über Datenbanksysteme hinausgehenden Belange von Informationssystemen noch nicht für sonderlich relevant zu halten. Das war ja auch für einen gestandenen "Praktischen Informatiker" ein eher schillerndes Gebiet, in dem einerseits nichttechnische, organisatorische und gestalterische Fragestellungen zu behandeln waren und in dem andererseits die Modellierung und die Methodik und nicht die Implementierung im Vordergrund standen.

Zum anderen kam die Idee zu einer hierauf ausgerichteten Fachgruppe "von unten", nämlich von zwei Assistenten, die sich auf einer Veranstaltung getroffen hatten – dem mir inzwischen zum guten Freund gewordenen Bernd E. Meyer, heute erfolgreicher Unternehmer und FH-Professor in Heilbronn, und mir. Er war seinerzeit Assistent bei Prof. Hans-Joachim Schneider in Berlin und ich war Assistent bei Professor Lockemann in Karlsruhe. Um es gleich und voller Dank zu sagen: ohne die massive Unterstützung dieser unserer "Chefs" hätten wir unsere Idee nie umsetzen können. Denn dass zwei Grünschnäbel eine derartiges Vorhaben in die "Professoren-GI" einbrachten, war damals noch reichlich revolutionär. Dementsprechend stark war auch die Gegenwehr des Präsidiums. Wenn ich mich recht erinnere, waren insgesamt fünf Präsidiumssitzungen erforderlich, bis unsere Fachgruppe endlich auch formal bestätigt und ein Name gefunden war, dem niemand mehr widersprach. Wir hatten zunächst die Bezeichnung "Formale Modelle für Informationssysteme" vorgeschlagen und dann "Methoden und Modelle für die Entwicklung von Anwendungssystemen". Irgendwann wurden wir aber kurzerhand par ordre de Präsidium in "Entwicklungsmethoden für Informationssysteme und deren Anwendung" kurz EMISA, umbenannt. Uns war das letztlich nicht so wichtig wie die formale Einrichtung der Fachgruppe, die damit endlich verbunden war.

Denn in der Zwischenzeit hatten wir schon einige Aktivitäten gestartet, insbesondere Veranstaltungen, die alle sehr erfolgreich waren: Allein zur Gründungsveranstaltung in Tutzing, damals noch im Tanzsaal eines alten Gasthofes mit knarrenden Dielen und urigem Ambiente, kamen über hundert höchst diskussionsfreudige Teilnehmer. Im Folgejahr wechselten wir dann in die Evangelische Akademie mit ihrem wunderbaren runden Auditorium, das Diskussionen geradezu automatisch entstehen ließ, konnte doch jeder jedem ins Auge sehen. Dazu kam die Lage unmittelbar am Westufer des Starnberger Sees, an dem und auf dem die Diskussionen fortgesetzt wurden. Ich erinnere mich noch an einen Abend, an dem wir – nach einem ausgiebigen bayrischen Buffet – bis weit nach Mitternacht um Carl Adam Petri saßen, begeistert von seinen feinsinnigen und in jedem Wort überlegten Ausführungen. Diese Veranstaltungen in der Evangelischen Akademie wurden in der Folge fast zur Tradition. Schade, dass die Kosten- und Terminsituation heute meist zu anderen Veranstaltungsorten zwingt.

Nicht aufgeben sollten wir aber die Tradition intensiver Diskussionen und insbesondere die von Anfang an verfolgte Strategie, in der EMISA Wissenschaftler und Praktiker zusammenzubringen. Informationssysteme kann man schließlich nicht im Elfenbeinturm planen, umgekehrt scheitert ihre Realisierung, wenn sie nicht mit fundierten Methoden geplant und implementiert werden.

Wo wir heute stehen

Immer wenn diese Integration von Theorie und Praxis besonders gut gelungen war, war auch der Mitgliederzuspruch am höchsten. Mit rund 2500 Mitgliedern zu ihrer besten Zeit war EMISA sogar schon einmal die zweitgrößte Fachgruppe der GI überhaupt. Aber auch heute ist sie mit ihren rund 1700 Mitgliedern immerhin noch an 4.ter Stelle. Wobei das Potential sicher noch größer wäre, wenn wir noch stärker auf die Interessen der ja mittlerweile mehrheitlich in der Praxis tätigen GI-Mitglieder eingingen und diese auch herausfordern würden. Hier scheint mir eine gewisse Alterung eingetreten zu sein – besonders jugendlich, unbekümmert oder gar provokativ, wie es einer zwanzigjährigen zukäme, sind wir derzeit nicht.

Auch haben wir in unserem Gebiet zwar einiges vorangebracht, unsere Hausaufgaben sind aber noch nicht erledigt. Im Vorwort zum Tagungsband der EMISA-Gründungsveranstaltung 1979 waren diese Aufgaben folgendermaßen formuliert:

"Die ständig wachsende Komplexität betrieblicher und soziotechnischer Informationssysteme berührt heute bereits die Grenzen unserer Planungskapazität. Ein formal abgesichertes Instrumentarium für die Planung, den Entwurf und für den Betrieb solcher Systeme ist daher unbedingt erforderlich. So werden z.B. Methoden zur Ermittlung der an ein Informationssystem zu stellenden Anforderungen gebraucht, ebenso formale Modellierungskonzepte zu seiner Beschreibung, Spezifikation und Analyse, schließlich auch Techniken zur Bewertung seines Verhaltens. Es gibt bereits eine ganze Reihe interessanter Ansätze zu diesem Instrumentarium ... Eine zusammenhängende Methodologie, die gleichzeitig allen Anforderungen der Praxis gerecht würde, existiert allerdings bislang noch nicht ..."

Mit einer etwas modernisierten Wortwahl könnte man diesen Text auch heute noch ganz gut als Einleitung eines Call for Papers zu einem Workshop oder einer Tagung verwenden: Zwar ist in der Zwischenzeit eine unüberschaubare Vielzahl von Modellierungs- und Darstellungskonzepten und Methodenansätzen in die Publikationsorgane gesprudelt, von einer umfassenden Konstruktionslehre für Informationssysteme sind wir aber immer noch weit entfernt.

mmerhin haben sich die damals bereits diskutierten Modellierungskonzepte inzwischen gefestigt und sie sind enger aufeinander abgestimmt worden: Heutige objektorientierte Modellierungsmethoden inklusive der Modellierungssprache UML verwenden zur Modellierung statischer Gegebenheiten die Konzepte des seinerzeit hochaktuellen und inzwischen in ungezählten Varianten um Abstraktionsbegriffe (Generalisation, Aggregation) u.a. erweiterten Entity-Relationship-Modells. Und sie leisten eine mehr oder weniger konsistente Integration mit Konzepten zur Modellierung dynamischer Aspekte wie endliche Automaten (heute als "state charts" getarnt) oder Transitionsnetze, die damals noch getrennt betrachtet wurden. Auch haben die vielfältigen Beiträge zur Metamodellierung, zum Wesen von Ontologien und zur Rekonstruktion von Modellierungsbegriffen in Orthosprachen das Verständnis der Modellierung an sich vertieft und ihr Instrumentarium erweitert. Und schließlich ist insbesondere im Zusammenhang mit UML ein wesentlicher Schritt in Richtung der für die Praxis so wichtigen Standardisierung erfolgt.

Allerdings scheint man auch bei UML wieder einmal der Versuchung nicht widerstehen zu können, jedes nur denkbare Detail zu berücksichtigen. Ein solches Vorgehen birgt aber die Gefahr nicht orthogonaler Konzepte, insbesondere wenn anwenderdefinierbare Erweiterungen möglich sind. Daß dies kein neues Problem ist, zeigt ein Blick EMISA Forum 1/88 in dem Helmut Thoma schrieb: "Methoden von allzu barocker Üppigkeit zu befreien, einen Kompromiß zwischen Korrektheit, Vollständigkeit, Verständlichkeit und sonstigen weiteren Faktoren zu finden, dem anvisierten Ziel möglichst nahe zu kommen: Dieses sind die Aufgaben der Praxis."

Wohin wir uns bewegen sollten

Hier scheint mir ein Ansatzpunkt für die weitere EMISA-Arbeit zu liegen: Wir sollten uns stärker in die Diskussion und Entwicklung neuer Standards einschalten und dies nicht anderen überlassen, die das meist aus einer viel engeren Perspektive tun.

Darüber hinaus sollten wir das Thema Modellierung viel massiver besetzen – auch in der Diskussion über entsprechende Lehrinhalte an Fachhochschulen und Universitäten. Dasselbe gilt für das Gebiet der Informationssysteme als Ganzes – EMISA-Empfehlungen für Hochschul-Curricula und Weiterbildungskurse kommerzieller Anbieter könnten hier einen wichtigen Akzent setzen.

Wir müssen die "Neue Medien" und die Globalisierung der Informationssysteme zusammen mit ihren Auswirkungen aus Modellierungs- und Methodensicht thematisieren, etwa durch EMISA-Veranstaltungen zum Thema XML, zum Thema Suchagenten und Schema-Standardisierung für den Zugriff auf beliebige Informationsbestände, zum Wiederaufleben des Information Retrieval auf globaler Ebene.

Um das zu erreichen, müssen wir junge Leute motivieren und ihnen auch den nötigen Freiraum schaffen – im Leitungsgremium, in neuen Arbeitskreisen. Wenn uns das gelingt, dann ist die EMISA blutjung und ich kann mich darauf freuen, in zwanzig Jahren wieder etwas zu ihrem Alter zu sagen – wenn ich selbst dann dazu noch in der Lage bin ......

Klagenfurt, im Juli 1999
Heinrich C. Mayr

Institut für Wirtschaftsinformatik und Anwendungssysteme
Universität Klagenfurt

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